Innovationsprojekt Klimaschutz
Klimaschutzprojekte mit besonderer Strahlkraft und besonders hohem Innovations-Niveau wurden und werden vom Land NRW als „Innovationsprojekt Klimschutz“ ausgezeichnet.

Projekte aus Kommunen und Unternehmen
Kommunen und Unternehmen sind für die Umsetzung von Energiewende und Klimaschutz wichtige Akteure. Vorbildliche Good-Practice Projekte von Städten und Gemeinden sowie von kleinen und größeren Unternehmen finden Sie hier.

Rückschau

Von September 2016 bis März 2019 wurde das EFRE-geförderte Projekt „Zwischenpräsentation der KlimaExpo.NRW – die MitmachExpo“ durchgeführt.

Ennigerloh, Nordrhein-Westfalen - 2018

Mobile Abwärme für das Olympiabad Ennigerloh

Die Stadt Ennigerloh betreibt ihr Olympiabad seit vielen Jahren. Auf der Suche nach weiteren Potentialen zur Senkung der Energiekosten kam die Idee der aha AWG und Hammelmann GbR eine mobile Wärmeversorgung einzusetzen, sodass größere Wärmemengen in der näheren Umgebung genutzt werden können. Auf diesem Weg wird Abwärme aus der Verstromung von Deponie- und Biogas für die Versorgung des Schwimmbades nutzbar gemacht.

Das Olympiabad in Ennigerloh wird seit 2016 anteilig mit Abwärme aus dem Entsorgungszentrum der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf (AWG) beheizt, die bei der Verstromung von Deponie- und Biogas in Blockheizkraftwerken (BHKW) entsteht. Die dort bei der Verstromung von Bio- und Deponiegas anfallende Wärme wird mittels mit Heißwasser (90 °C) gefüllten Containern zum Schwimmbad transportiert und dort genutzt. Die transportierte Wärmemenge summiert sich pro geladenem Behälter auf ca. 1.500 kWh.

Am Hallenbad ist ein Container mit heißem Wasser fest stationiert. Ihm wird immer dann Wasser entnommen, wenn das Becken nachgefüllt werden muss. Dazu kommt es zum einen aufgrund der Wasserverdunstung. Auch das Tropfwasser, welches die Schwimmer beim Verlassen des Beckens mit herausnehmen, und das beim Spülen der Filter genutzte Wasser reduzieren den Wasserstand im Becken. Früher wurde kaltes Trinkwasser nachgefüllt, welches auf Beckentemperatur erhitzt werden musste. Jetzt wird das kalte Frischwasser mit dem heißen Wasser aus dem Container zunächst gemischt und dann geringfügig über der Wassertemperatur in das Becken eingespeist. Außerdem läuft Trinkwasser, das direkt aus dem Netz genommen wird, im Container durch einen Wärmetauscher und landet vorgewärmt im Warmwasserboiler des Hallenbades. Je nach Bedarf sind für das Hallenbad dafür zwei bis drei Container pro Woche im Einsatz. Im Freibad wiederum, wo auch das Verdunstungs- und das Spülwasser ersetzt werden müssen, können es bis zu fünf Lieferungen pro Woche sein.

Bei den Transportcontainern handelt es sich um isolierte Standartbehälter aus der Lebensmittelindustrie, weshalb die Wärmeverluste auf der nur drei Kilometer langen Transportstrecke sehr überschaubar sind. Auch der stationäre Behälter verliert abhängig vom Temperaturniveau und den Umgebungstemperaturen nur ein bis drei Kelvin pro Tag.

Der Effekt all dieser Maßnahmen: Die Heizungsanlage im Olympiabad wird entlastet, die Lebensdauer verlängert sich und Erdgas wird eingespart, was sich positiv auf die Umwelt auswirkt.

Besonderheiten

Mit dem Ansatz, das durch das BHKW erwärmte Wasser direkt im Olympiabad zu nutzen, kann die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems deutlich erhöht werden. Die mobilen Wärmecontainer sind als Warmwasserspeicher ausgeführt und ein aufwendiger zweiter Wärmetauschvorgang beim Verbraucher, dem Olympiabad, kann entfallen.

Finanzierung

Die Aufstellung des Depotcontainers am Hallenbad hat die aha übernommen. Kosten für die Stadt fallen lediglich für die verbrauchte Energie an. Der resultierende Wärmepreis liegt in diesem Fall knapp unter dem Erdgaspreis.

Veröffentlichung

Autor: EnergieAgentur.NRW
Stand: 2018

Standort

Kreis: Warendorf
Region: Münsterland
Reg.-Bez.: Münster

Kontakt

aha AWG und Hammelmann GbR
Markus Pahlenkemper
Westring 10
59320 Ennigerloh
Tel.: 02524 9307160
E-Mail
E-Mail: markus.pahlenkemper@awg-waf.de

European Energy Award

Maßnahmenbereiche

3.3.1 Abwärme Industrie
3.3.2 Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energiequellen auf dem Gebiet der Kommune
3.3.4 Kraft-Wärme-Kopplung und Abwärme/Kälte aus Kraftwerken zur Wärme- und Stromproduktion auf dem Gebiet der Kommune