< KlimaExpo.NRW nimmt „aktiv fürs klima“ in ihre Leistungsschau auf
06.12.2017 15:12 Alter: 316 days

„VOMPELS“ macht Wasserelektrolyse unter Hochdruck möglich

Das „Power2Gas“-Verfahren ist ein wichtiger Baustein der Energiewende, um die schwankend anfallenden Erneuerbaren Energien langfristig zu speichern. Ein Konsortium bestehend aus der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen sowie den Firmen iGas Energy GmbH, ProPuls GmbH und Obitronik GmbH hat nun im Projekt „VOMEPLS“ einen Elektrolyseur entwickelt, der den Prozess noch effektiver gestaltet. Das besondere Engagement wird nun belohnt und das Projekt von der KlimaExpo.NRW als Vorreiter für den Klimaschutz in die landesweite Leistungsschau aufgenommen. Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, überreichte im Rahmen des 17. Jahrestreffens des Netzwerks Brennstoffzelle und Wasserstoff, Elektromobilität NRW der EnergieAgentur.NRW die offizielle Urkunde an Herrn Karl-Heinz Lentz der Firma iGas energy GmbH im Beisein von Dr. Ulrich Rost (ProPuls GmbH) und Dr. Florian Wirkert (Westfälische Hochschule).


Dr. Florian Wirkert, Westfälische Hochschule, Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der KlimaEx-po.NRW, Dr. Thomas Kattenstein, Leiter Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff, Elektromobili-tät NRW der EnergieAgentur.NRW, Karl-Heinz Lentz, iGas energy GmbH und Dr. Ulrich Rost, ProPuls GmbH. Das Projekt ist Schritt 278 von 1.000 Schritten in eine klimafreundliche Zukunft, die die KlimaExpo.NRW bis 2022 präsentiert. (Foto: KlimaExpo.NRW)

Power2Gas ist ein elektrochemischer Prozess, bei dem Wasser mit Hilfe von Strom gespalten wird. Um den während des Prozesses anfallenden Wasserstoff ins bestehende Erdgasnetz einspeisen und speichern zu können, muss er unter Druck gesetzt werden. Dies geschieht normalerweise nach der Elektrolyse in einem gesonderten Prozessschritt. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen, die neben der iGas energy GmbH, ProPuls GmbH und der Obitronik GmbH zu den Projektpartnern gehören, haben nun gemeinsam im Projekt „VOMPELS“ ein System entwickelt, bei dem die Elektrolyse direkt unter Druck durchge-führt wird und die nachgelagerte mechanische Kompression somit entfällt. Das spart Geld, Zeit und Ressourcen. „Mit der Neuentwicklung leisten die Forscher einen wichtigen Beitrag für den weiteren Ausbau der Speichermöglichkeiten und Nutzung Erneuerbarer Energien. Wir freuen uns daher, dieses beispielhafte Engagement in unsere Leistungsschau für den Klimaschutz aufzunehmen und damit hervorzuheben“, so Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, im Rahmen der Urkundenübergabe. Bis 2022 präsentiert die KlimaExpo.NRW als Initiative der NRW-Landesregierung in 1.000 Schritten positive Beispiele für den Klimaschutz in und aus Nordrhein-Westfalen. Das Projekt ist nun ein Teil dieser landesweiten Leistungsschau.

Ressourcensparendes Verfahren

Dank des vollmodularen PEM (proton exchange membrane)-Hochdruckelektrolyseurs kann der erzeugte Wasserstoff direkt ins Erdgas-Pipelinenetz eingespeist werden. Mit der bisher notwendi-gen nachgelagerten mechanischen Komprimierung entfällt auf diese Weise auch ein sehr war-tungsintensives und teures mechanisches Bauteil der Power2Gas-Anlage. Die ersten Studien des Systems sind im Rahmen eines ZIM-Projektes (zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) erarbeitet und erfolgreich getestet worden. Nun sollen weitere Forschungen zeigen, ob die Wasserstoffproduktion auch bei höheren Drücken realisiert werden kann. Nicht nur der Druck ist bei dem Elektrolyseur variabel einstellbar. Auch die Elektrodenflächen können zukünftig wesentlich vergrößert werden, um größere Mengen Wasserstoff zu produzieren. „Es ist uns ein Anliegen, mit unserer Forschung einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten und vorhandene Potenziale nicht nur aufzuzeigen, sondern auch nutzbar zu machen. Daher freut es uns ganz besonders, dass unser En-gagement Anerkennung erhält und wir als Vorreiter der KlimaExpo.NRW in die Reihe innovativer und beispielhafter Projekte mit aufgenommen worden sind", so Dr. Ulrich Rost von ProPuls.

Klimafreundliche Wärmeerzeugung

Einen weiteren Vorteil bietet die mögliche Abwärmenutzung: Die bei der Elektrolyse entstehende Abwärme kann abgeführt und über externe Wärmetauscher nutzbar gemacht werden. Für zukünftige Anwendungen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) leistet das Konzept somit einen Beitrag zur klimafreundlichen Wärmeerzeugung. Das System ist darüber hinaus für hohe Leistungen und hohe Spannungen ausgelegt, so dass auch die Abwärmenutzung noch weiter optimiert werden kann.

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