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24.07.2018 14:49 Alter: 142 days

TU Dortmund eröffnet Forschungszentrum für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ)

Die Technische Universität in Dortmund forscht zur Zukunft des Stromtransports und übernimmt damit eine zentrale Rolle für das Gelingen der Energiewende – weg von der konventionellen Stromerzeugung hin zu Energie aus regenerativen Quellen. Dafür ist auf dem Campus ein Testzentrum mit einem Hallen- und einem Freifeldbereich für die Fakultät für Elektro- und Informationstechnik entstanden.


Foto: Joachim Berns

Die an der TU Dortmund entstehende Versuchsanlage ist deutschlandweit einzigartig in ihrer Ausführung und den Möglichkeiten, die sie den Forscherinnen und Forschern bietet. Die Halle ist 35 Meter lang und 25 Meter breit. Ein gleichgroßes Freiflächenprüffeld plus Nebengebäude und Verkehrsfläche runden das Zentrum ab. Die Bauarbeiten lagen genau im Zeitplan, die Übergabe an den Lehrstuhl für Hochspannungstechnik der TU Dortmund unter der Leitung von Univ.- Prof. Dr.-Ing. Frank Jenau ist im Januar 2018 erfolgt.

Das HGÜ-Forschungszentrum ist ein wichtiger Baustein zum Gelingen der Energiewende und damit auch für die KlimaExpo.NRW ein Schritt in eine klimafreundliche Zukunft. Die Gleichstrom-Übertragungs-Technologie wird zum Stromtransport von Erzeugern zu weit entfernten Verbrauchern genutzt. Die wesentlichen Vorteile der Gleichstromtechnologie liegen in der verlustarmen und wirtschaftlichen Übertragung elektrischer Energie über weite Entfernungen sowie in ihrer Regel- und Steuerbarkeit. Das ist beispielsweise erforderlich, wenn von den Windkraftanlagen in Norddeutschland Energie nach Süddeutschland fließen muss. Bisher gibt es nur wenige Erfahrungen mit der Stromübertragung mit Gleichstromtechnik und Spannungen bis zu 1.200 Kilovolt. Das neue Prüfzentrum bietet die Möglichkeit, auf diesem Gebiet auch bei realen klimatischen Bedingungen zu forschen. Ferner werden durch die HGÜ-Technologie die elektrischen Transportnetze und der damit einhergehende Energiehandel in Europa enger zusammengeschlossen.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten sollen in neue Komponenten einfließen, die eine optimierte Auslegung von HGÜ-Betriebsmitteln ermöglichen. Dabei stehen besonders Transformatoren, Kabel, Durchführungen und Isolatoren im Fokus. Um einen hohen Praxisbezug und die Akzeptanz zu fördern, binden die Verbundpartner Zulieferer, Komponentenhersteller, Systemintegratoren und Anwender der gesamten Wertschöpfungskette des Netzbetriebs ein. Neben der TU Dortmund sind an dem Projekt die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt sowie die drei Unternehmen Siemens, HSP Hochspannungsgeräte und Südkabel beteiligt.