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21.03.2018 16:25 Alter: 33 days

Recyclingprojekt in OWL wird Teil der KlimaExpo.NRW

Jedes Jahr fallen allein in Deutschland 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott an und auch 750.000 Tonnen Bekleidung landen im Müll. Dabei ist vieles noch funktionstüchtig und somit bestens zur Wieder- oder Weiterverwendung geeignet. Um die Sammel- und Wiederverwendungsquoten zu steigern, betreibt der gemeinnützige Arbeitskreis Recycling e. V. (AKR) in der Region Ostwestfalen insgesamt acht RecyclingBörsen!. Das Projekt schont nicht nur Ressourcen und trägt so zum Klimaschutz bei, sondern schafft gleichzeitig Arbeitsplätze. Für das beispielhafte Engagement wurde das Projekt heute vom Land NRW geehrt.


Im Bild (v.l.n.r): Joachim Strasas, Vorstand AKR e.V.; Petra Schepsmeier, KlimaNetzwerkerin für die Region OWL; Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW; Iris Blinde, Vorstand AKR e.V; Astrid Butt, Projektmanagerin OstWestfalenLippe GmbH und Claudio Vendramin, Vor-stand AKR e.V. (Foto: KlimaExpo.NRW). Die „RecyclinBörse!“ ist der 280. von 1.000 Schritten in eine klimafreundliche Zukunft in NRW. (Foto: KlimaExpo.NRW)

Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, überreichte die offizielle Urkunde zur Aufnahme in die landesweite Leistungsschau für den Klimaschutz. „Die RecyclingBörsen! haben es nicht nur geschafft, mithilfe ihres verbesserten Sammelsystems die Recyclingquote in der Region zu erhöhen, sondern generieren darüber hinaus auch eine im bundesweiten Vergleich höhere Wiederverwendungsquote und ein Bewusstsein für ressourcenschonendes Konsumverhalten. Das sind gleich drei sehr gute Gründe, um das Projekt in unsere Leistungsschau aufzunehmen“, so Dornbusch. Bis 2022 präsentiert die KlimaExpo.NRW als Initiative der NRW-Landesregierung in 1.000 Schritten positive Beispiele für den Klimaschutz in und aus Nordrhein-Westfalen. Das Projekt RecyclingBörse! markiert den 280. Schritt.

Wiederverwendung geht vor
Die Börsen sammeln alles, was in Haushalten, Institutionen und Betrieben nicht mehr genutzt wird und noch gut und brauchbar ist: Vom Fahrrad über Elektrogeräte bis hin zu Kleidern, Büchern, Möbeln und sonstigem Hausrat. Dabei ist das Ziel, möglichst viele Produkte in die Second-Hand-Wiederverwendung zu geben. An mehreren Standorten wurden dafür zum Beispiel Fahrradwerkstätten eingerichtet, die alte Räder aufbereiten und so wieder funktionstüchtig machen. Alternativ werden die Waren upgecycelt – so bekommen etwa Stoffreste ein neues Leben als Taschen. „Re-Use ist durch die Verlängerung der Produktlebensdauer der beste und cleverste Beitrag zur Ressourcenschonung. Und schützt darüber hinaus das Klima, weil weniger Emissionen aus unnötiger Neuproduktion entstehen. Ich freue mich sehr, dass unsere Arbeit nun auch durch die Aufnahme in die landesweite Leistungsschau der KlimaExpo.NRW Anerkennung findet!“, erklärte Joachim Strasas, Vorstandsmitglied des AKR e. V., im Rahmen der Urkundenübergabe.

Insbesondere bei der Sammlung von Altelektrogeräten hat die Arbeit der RecyclingBörse! Vorrei-tercharakter: Bereits Anfang der 1990er Jahre, 15 Jahre bevor das erste deutsche Elektro- und Elektronikgerätegesetz zur Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten in Kraft trat, baute der AKR ein mobiles Sammelsystem auf. 1993 folgte ein eigener zertifizierter Fachbetrieb zum Elektroschrottrecycling. Seit jeher hat jedoch auch hier die Wiederverwendung oberste Priorität: Alle optisch intakten Geräte werden auf Sicherheit und Funktion geprüft, bei Bedarf aufbereitet und anschließend in den eigenen Second-Hand-Kaufhäusern weiterverkauft. Auf diese Weise erreichen die RecyclingBörsen! heute eine Wiederverwendungsquote von fünf Prozent – je nach Vergleichszahl bis zu fünf Mal so viel wie im deutschlandweiten Durchschnitt.

Weit über OWL hinaus
Für die Arbeit in den RecyclingBörsen! hat der 1984 von Langzeitarbeitslosen gegründete AKR e.V. bisher gut 50 reguläre Stellen geschaffen. Hinzu kommen zirka 80 Qualifizierungs- und Beschäfti-gungsmaßnahmen im Rahmen der Arbeitsmarktförderung zur (Re-)Integration oder Qualifizierung. Neben dem aktiven Beitrag zum Klimaschutz verfolgen die Verantwortlichen das Ziel, das Thema Ressourcenverbrauch generell fester in der Gesellschaft zu verankern. Zu diesem Zweck wurde 2007 unter anderem der Deutsche RecyclingDesignpreis (RDP) ins Leben gerufen, der bundesweit einzige Wettbewerb, der sich mit ressourcenschonendem Design auseinandersetzt. An ihm beteiligen sich inzwischen jährlich bis zu 500 Nachwuchs-Designerinnen und -Designer aus dem In- und Ausland.

Die OstWestfalenLippe GmbH ist seit Mitte 2014 regionaler Partner der KlimaExpo.NRW und identifiziert gemeinsam mit der Landesinitiative die besten Klimaschutzprojekte und -akteure in der Region. „Ressourcenverknappung und Klimawandel lassen die Bedeutung von Recycling vermehrt in den Vordergrund treten. Wir freuen uns sehr, dass die Arbeit der RecyclingBörse! im Rahmen der landesweiten Leistungsschau ausgezeichnet wird. Die RecyclingBörse! leistet nicht nur einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz durch Wiederverwendung von Materialien, sondern macht darüber hinaus mit vorbildlichen Schulungsprojekten die Zusammenhänge rund um den Ressourcenschutz auf anschauliche Weise verständlich.“, sagte Astrid Butt, Projektmanagerin der OstWestfalenLippe GmbH.

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