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05.03.2018 08:26 Alter: 137 days

Radschnellweg Ruhr - RS1: Klimafreundlich am Stau vorbei

In der Metropole Ruhr entstehen für 1,7 Millionen Menschen neue Optionen sich klimafreundlich, gesundheitsfördernd und staufrei zu bewegen: Der Radschnellweg Ruhr, kurz RS1, wird die neue Schnellverbindung im Ruhrgebiet und unterstützt die Verlagerung des Straßenverkehrs vom Auto aufs Fahrrad. Das Mobilitätsprojekt wurde heute als wichtiger Schritt in eine klimafreundliche Zukunft von der KlimaExpo.NRW geehrt. Geschäftsführer Dr. Heinrich Dornbusch überreichte Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbands Ruhr, die offizielle Urkunde zur Aufnahme in die landesweite Leistungsschau für den Klimaschutz.


Im Bild (v.l.): Nina Alsdorf, Projektleiterin Regionalverband Ruhr, Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin Regionalverband Ruhr, und Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW. Das Projekt „RS1“ des Regionalverbandes Ruhr wurde als 222. Von 1.000 Schritten in eine klimafreundliche Zukunft in die Leistungsschau der KlimaExpo.NRW aufgenommen. (Foto: Dirk A. Friedrich)

Im benachbarten Ausland haben sich Radschnellwege bereits bewährt – nun entsteht auch in Deutschland mit dem RS1 der erste klimafreundliche Fahrradhighway in einem Ballungsraum. In der Metropole Ruhr ist zwischen Duisburg und Hamm mit 101 Kilometern die längste Strecke in Deutschland geplant – und erste Streckenabschnitte sind bereits befahrbar. Damit schafft das Projekt insbesondere für die Bürgerinnen und Bürger der anliegenden Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Bochum, Dortmund, Unna, Kamen, Bergkamen und Hamm eine Alternative zu den verkehrsintensiven Autobahnen. 50.000 Pkw-Fahrten pro Tag sollen nach Fertigstellung mit Hilfe des RS1 wegfallen – das entspricht einer jährlichen CO2-Reduktion von 16.600 Tonnen. „Gerade in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet nimmt der Straßenverkehr unter anderem aufgrund großer Pendlerströme besondere Bedeutung für Luft- und Lebensqualität ein. Der Radschnellweg Ruhr entlastet künftig nicht nur die stark frequentierten Autobahnen, sondern auch das Klima. Bereits jetzt erhöhen die ersten Abschnitte der neuen klimafreundlichen Verkehrsader die Lebensqualität für Radler und Bewohner. Als Essener Bürger freue ich mich natürlich auch persönlich besonders, den RS1 in unsere Leistungsschau aufzunehmen“, so Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, bei der Urkundenübergabe. Bis 2022 präsentiert die KlimaExpo.NRW als Initiative der NRW-Landesregierung in 1.000 Schritten positive Beispiele für den Klimaschutz in und aus Nordrhein-Westfalen. Das Projekt „RS1“ markiert den 222. Schritt.

Radweg fördert Klimaschutz und Lebensqualität


Hohe Standards, wie ein weitgehend kreuzungsfreier Verlauf, ausreichend breite Fahrbahnen, Beleuchtung und Winterdienst, machen den RS1 zum Vorbild für weitere Radschnellwegprojekte in Deutschland. Der Radschnellweg Ruhr nutzt die vorhandene, zum Teil brachliegende Infrastruktur, um möglichst wenig neue Flächen zu verbrauchen. Alte Bahntrassen werden zu neuem Leben erweckt, Kanaluferwege genutzt. Im unmittelbaren Einzugsbereich des Radschnellwegs Ruhr leben aktuell 1,7 Millionen Menschen, befinden sich 430.000 Arbeitsplätze und vier Universitäten mit rund 150.000 Studierenden. "Der Radschnellweg Ruhr ist ein innovativer Baustein, um die täglichen Herausforderungen an die Verkehrsinfrastruktur in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet zu meistern. Gleichzeitig setzt er neue Maßstäbe für Klimaschutz und Lebensqualität in der Nahmobilität und findet damit auch international Beachtung. Ich freue mich daher, dass dieses zukunftsweisende Projekt der Metropole Ruhr auch in die landesweite Leistungsschau für Klimaschutz aufgenommen worden ist und so die entsprechende Anerkennung bekommt“, so Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr.

Eine Investition in unsere Zukunft

Insbesondere im Ruhrgebiet besteht ein hohes Verkehrsaufkommen – damit einher geht jedoch auch ein hohes Potenzial für alternative klimafreundliche Mobilitätsmöglichkeiten, wie dem Rad-fahren. Eine teilweise Verlagerung des heutigen Verkehrs auf den Radschnellweg bietet eine Vielzahl positiver Effekte: die Kfz-Infrastruktur wird entlastet, die Gesundheit durch Fahrradfahren gefördert, die Verkehrssicherheit erhöht, der lokale Schadstoffausstoß reduziert. Der ökonomische Nutzen all der positiven Effekte ist um ein Mehrfaches höher als die Kosten für die Errichtung des Radschnellwegs. Und nicht zuletzt wird mit den prognostizierten 16.600 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr ein deutlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

 

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