< E-world 2017: Klimaschutzprojekte aus NRW zum Anfassen
17.02.2017 15:16 Alter: 2 yrs

Klimaneutraler Baubetriebshof als interkommunale Gemeinschaftslösung

In Beckum wurde 2013 ein neuer Baubetriebshof als Gemeinschaftsprojekt der Stadt und des Kreises Warendorf eröffnet. Die Zusammenlegung mehrerer Standorte in einem klimafreundlichen Neubau sorgt neben Synergieeffekten bei Arbeitsprozessen und der Ausstattung auch für eine jährliche CO2-Einsparung von 136 Tonnen. Für das große Engagement wurde das Bildungsprojekt heute in besonderer Weise honoriert. Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, überreichte Dr. Karl-Uwe Strothmann, Bürgermeister der Stadt Beckum, die offizielle Urkunde zur Aufnahme in die landesweite Leistungsschau von Vorreitern für eine klima-freundliche Zukunft.


Im Bild v.l.n.r.: Christoph Paschedag, FWG-Fraktion, Barbara Emmrich, Städtische Betriebe Stadt Beckum, Peter Dennin, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Karl-Uwe Strothmann, Bürgermeister der Stadt Beckum, Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, Tobias Illbruck, Stadt Beckum, Markus Höner, CDU-Fraktion, vorne: Bernd Tenberg, Jung Stadtkonzepte, Heinz Josef Holtmann, Stadt Beckum. Der Interkommunale energieneutrale Baubetriebshof Beckum ist Schritt 207 von 1.000 Schritte, die die KlimaExpo.NRW bis 2022 präsentiert.

Schon bei der gemeinsamen Planung der Stadt Beckum und des Kreises Warendorf war das Ziel klar: Der neue Baubetriebshof sollte nicht nur Arbeitsabläufe vereinfachen und optimieren, sondern auch klimaneutral werden. Eine Projektgruppe deckte hierfür Konsolidierungspotenziale auf – beteiligt waren neben Bürgermeister, Landrat, Kämmerer und den Betriebsleitungen die Verantwortlichen im Umweltbereich sowie insbesondere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bauhöfe. „Das Ergebnis zeigt auf vorbildliche Weise, wie Ressourcenschonung und Klimaschutz erfolgreich mit einer finanziellen Entlastung der kommunalen Haushalte verbunden werden können. Aus diesem Grund freue ich mich das Projekt heute in die Themenwelt „Energie neu denken“ aufzunehmen“, sagt Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW.

Gut für Umwelt und Klima

Der neue Baubetriebshof ist bilanziell energieautark, das heißt er erzeugt mehr Energie als er benötigt – dank einer installierten Photovoltaikanlage mit einer Spitzen-Leistung von 119 Kilowatt (kW) zur Stromversorgung und einer Hackschnitzelheizung mit 126 kW Wärmeleistung zur Versorgung der Gebäude mit Wärme und Warmwasser. Der Betriebshof besitzt bisher keinen Batteriespeicher für den zu viel produzierten Solarstrom und bezieht daher bei Bedarf auch Strom aus dem Netz. Seit Beginn des Jahreswurde der Energiebezug zudem voll auf Ökostrom umgerüstet, wodurch eine weitere Ersparnis von 25,5 Tonnen CO2 erzielt wird. Schon jetzt werden im Vergleich zum Zustand vor der Zusammenlegung jährlich rund 136 Tonnen CO2 eingespart. Auch die Ressourcen werden bewusst geschont. So wird Regenwasser, das vom Dach der Gerätehalle abfließt, als Brauchwasser (beispielsweise für den Betrieb der Kehrmaschinen) verwendet und mit einem eigenen Brunnen der restliche Wasserbedarf abgedeckt. „Die Qualifizierung ist ein wichtiges Zeichen für die bisherige Klimaschutzarbeit in Beckum und bestärkt uns, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Es freut mich daher besonders, dass die Idee zum klimaneutralen Baubetriebshof von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Städtischen Betriebe mit initiiert wurde und in dieser Form gewürdigt wird“, sagt Dr. Karl-Uwe Strothmann, Bürgermeister der Stadt Beckum.

Kostengünstig und effizient für Stadt und Kreis

Auch finanziell hat sich die Zusammenlegung für die Beteiligten gelohnt – Stadt und Kreis sparen nun jeder rund 100.000 Euro Betriebskosten jährlich. Zudem ergeben sich Synergieeffekte – so wird zum Beispiel die Kfz-Werkstatt zusammen genutzt, Verbrauchsgüter werden gemeinsam be-schafft und Maschinen des Fuhrparks ebenso untereinander ausgetauscht wie Personal. Somit schont der neue Baubetriebshof neben Ressourcen und dem Klima auch die Finanzen.

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