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01.06.2017 18:09 Alter: 1 year

KlimaExpo.NRW nimmt Mieterstromprojekt des Paul-Pfeiffer-Hauses in die Leistungsschau auf

In der evangelischen Kirchengemeinde in Erkelenz initiierten ehrenamtliche Mitglieder der Ge-meinde ein Mieterstromprojekt: Im Paul-Pfeiffer Haus, einem Wohnhaus mit 13 Wohneinheiten für sozialschwache Mieter, nutzen die Mieter nun den Strom eines eigenen Blockheizkraftwerkes (BHKW). Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW würdigte das ehrenamtliche Engagement für den Klimaschutz und übergab die offizielle Urkunde an Ulrich Leister, ehrenamtlicher Baukirchmeister der evangelischen Kirchengemeinde. 


m Bild v.L.n.R: Astrid Michalowski, Mitglied des Presbyteriums, Günter Wild, Vorsitzender Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde, Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, Ulrich Leister, ehrenamtlicher Baukirchmeister, Fabian Müller-Lutz, Klimanetzwer-ker der Region Aachen, Herbert Standke, Finanzkirchmeister, Günter Jendges, Pfarrer der evange-lischen Kirchengemeinde. Das Mieterstromprojekt im Paul-Pfeiffer-Haus ist Schritt 239 von 1.000 Schritten in eine klimafreundliche Zukunft, die die KlimaExpo.NRW bis 2022 präsentiert. (Foto: KlimaExpo.NRW)

Das Paul-Pfeiffer-Haus wurde Anfang der 1970er Jahre erbaut und wird von der Kirchengemeinde unterhalten. Bereits vor rund zehn Jahren wurde ein BHKW eingebaut, um das Haus möglichst effizient mit Wärme zu versorgen und dabei den erzeugten Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Immer wieder zeigten sich während des Betriebs jedoch Unregelmäßigkeiten, die letztlich auch zur Funktionsunfähigkeit des BHKW führten. Um die Wärmeversorgung zukünftig klimafreundlich und wirtschaftlich tragbar zu gestalten, planten die ehrenamtlichen Mitglieder der Gemeinde den im BHKW produzierten Strom direkt im Wohnhaus zu nutzen. „Mit ehrenamtlichem Engagement und intelligenten technischen Lösungen wird hier dem Klimawandel Einhalt geboten. Das Projekt zeigt, dass sich klimafreundliches Wohnen und mieterfreundliche Stromerzeugung nicht ausschließen. Aus diesem Grund freue ich mich, das Mieterstromprojekt des Paul-Pfeiffer-Hauses in unsere Leistungsschau offiziell aufzunehmen“, sagte Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW. 

Eine Kirchengemeinde geht neue Wege

Ziel des Projekts war es, die Investitionskosten wie auch die laufenden Kosten über einen Zeitraum von zehn Jahren durch den Verkauf des erzeugten Stroms wieder einzunehmen. Gleichzeitig sollte für die Mieter eine finanzielle Entlastung durch günstige Strom- und Wärmepreise ermöglicht werden. Dies wird erreicht, wenn der Strom für 18 Cent/kWh an die Mieter verkauft wird – tragfähig für die Kirchengemeinde und eine echte Entlastung für die Mieter. Für den Strombedarf, der über die vom BHKW bereitgestellte Menge hinausgeht, wird dabei auf das öffentliche Stromnetz und den lokalen Energieversorger zurückgegriffen. Dabei kommt ein zweistufiges Tarifmodell zum Tragen – bestehend aus den 18 Cent/kWh für Strom aus dem BHKW und den Kosten für Strom vom örtlichen Energieversorger aus dem Netz. „Bei der Stromrechnung wird der zu zahlende Betrag verbrauchsabhängig aus dem Arbeitspreis für Strom aus dem BHKW und Strom aus dem Netz exakt aufgeschlüsselt und berechnet. Wir geben den günstigeren BHKW-Tarif direkt an unsere Mieter weiter und schaffen dadurch einen Anreiz, stromintensive Aktivitäten in die definierten Laufzeiten des BHKW zu legen“, erklärte Ulrich Leister, ehrenamtlicher Baukirchmeister der evangelischen Kirchengemeinde Erkelenz.

Möglich wird das unter anderem durch das Messkonzept des Aachener Anbieters von Smart Metering Lösungen, Discovergy. Das Unternehmen steht dem Projekt zur Seite. „Als Messstellenbetreiber übernehmen wir die Wartung, den Ein- & Ausbau sowie den Betrieb der Zähler und lesen den Verbrauch sekundenscharf ab. So erhalten die Mieter nicht nur den lokal erzeugten und klimafreundlichen Strom, sondern auch volle Transparenz über ihren Verbrauch“, erläuterte Joachim Lang, Vertriebsleiter von Discovergy. 

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