< Start der KlimaReise 2016: KlimaExpo.NRW nimmt kommunales Gemeinschaftsprojekt in die Leistungsschau auf
30.06.2016 09:29 Alter: 3 yrs

KlimaExpo.NRW nimmt Forschungsprojekt sOptimo in die Leistungsschau auf

An der RWTH Aachen hat das Forschungsprojekt sOptimo eine Software entwickelt, die komplexe Energieverbundsysteme intelligent verknüpft und optimiert. Damit können unter anderem neue Industrieparks optimal geplant und vorhandene Energiesysteme verbessert werden – z. B. zur Kosten- und CO2-Reduktion. Diese innovative Lösung zur Einsparung von Energie hat die KlimaExpo.NRW heute besonders gewürdigt. Dr. Rebekka Loschen nahm das Projekt vor Ort in Aachen in die Leistungsschau der Landesinitiative auf.


In NRW verbraucht der industrielle Sektor rund 42 Prozent der Endenergie – das sind etwa 250 Milliarden Kilowattstunden. Dabei werden moderne Energieverbundsysteme aus Gas, Strom, Kälte, Abwärme und Energiespeichern, wie sie z. B. in Industrieparks vorkommen, immer komplexer. Eine energiesparende und wirtschaftliche Planung ist so nicht mehr intuitiv möglich. Hier setzt die Software TOP-Energy an, die vom Lehrstuhl für Technische Thermodynamik, LTT, der RWTH zusammen mit der Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e.V. in Berlin und weiteren Partnern aus der Praxis entwickelt wurde. Sie unterstützt bei der Planung und deckt mit Hilfe des sOptimo-Algorithmus große Einsparpotenziale auf. In einem Demonstrationsversuch an einem Pharmastandort konnten so bereits ein Potential von 34 Prozent im Primärenergieverbrauch identifiziert werden. In diesem Fall entspricht dies einer jährlichen CO2-Einsparung von rund 11.000 Tonnen.

Optimal für die Optimierung neuer und bestehender Energiesysteme
Das große Einsparpotenzial hat auch KlimaExpo.NRW überzeugt und dazu veranlasst sOptimo als qualifiziertes Projekt in die Themenwelt ‚Energie neu denken‘ aufzunehmen. „Das Gute ist: Mit sOptimo können nicht nur neue Energiesysteme besser geplant, sondern auch Systeme, die sich bereits im Betrieb befinden, weiter optimiert werden. Das Projekt ist damit ein besonderer und wichtiger Impulsgeber für die Energiewende“, sagt Dr. Rebekka Loschen, Teamleiterin für Projektmanagement der KlimaExpo.NRW.

Die offizielle Urkunde zur Qualifizierung nahm der LTT-Mitarbeiter Björn Bahl entgegen, stellvertretend für Professor André Bardow, Projektkoordinator und Leiter des LTT. „Wir sind stolz auf diese Anerkennung und forschen weiter an der Optimierung von Energieversorgungssystemen: Das aktuell laufende Nachfolgeprojekt sOptimo+ vollzieht den Brückenschlag von der Forschung zur breiten praktischen Anwendung der Optimierungsmethoden und reduziert so Ressourcenverbrauch und CO2-Emissionen in der Industrie.“

Mit mathematischen Algorithmen Geld und Energie sparen
Ziel der Projekte sOptimo und sOptimo+ ist es, das komplexe Optimierungsproblem von Energiesystemen mit Hilfe mathematischer Algorithmen zu lösen. Diese Algorithmen sind in der Software TOP-Energy implementiert und liefern damit außergewöhnlich fundierte Lösungsvorschläge. Kein Wunder: Denn es fließen mehr als 5.000 Variablen und 8.000 Gleichungen ein. Das zahlt sich aus: So setzt z. B. die Energie AG Oberösterreich Wärme GmbH die Software erfolgreich für die tägliche Betriebsoptimierung ihres Fernheizkraftwerks ein. Die Kosten haben sich schon in weniger als sechs Monaten amortisiert. Aufbauend auf den Ergebnissen von sOptimo soll in sOptimo+ die Methodik nun erweitert und das Tool zur Anwendungsreife für den Einsatz in Planungsbüros, Industrieparks und Stadtwerken gebracht werden. Das lohnt sich für die Unternehmen und die Umwelt.

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