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25.04.2017 11:15 Alter: 237 days

In Jülich strahlt die größte Sonne

Die größte künstliche Sonne der Welt scheint seit dem 23. März 2017 in Jülich. Dort läuft ab nun die Forschungsanlage „Synlight“. Mit der Anlage sollen unter anderem Produktionsverfahren für solare Treibstoffe, wie beispielsweise Wasserstoff, entwickelt werden.


Mitarbeiter des DLR-Instituts Für Solarforschung prüfen die 7.000 Watt starken Xenon-Kurzbogenlampen in den Hochleistungsstrahlern. Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Synlight besteht aus insgesamt 149 Hochleistungsstrahlern, deren Herzstück je eine 7000 Watt Xenon Kurzbogenlampe ist, wie man sie in Kinoprojektoren verwendet. Jeder Strahler ist einzeln steuerbar, wodurch verschiedenste Anordnungen und Temperaturen im Fokalpunkt möglich sind – sogar bei drei parallel stattfindenden Versuchen. Die Wissenschaftler können die Strahler auf eine Fläche von 20 mal 20 Zentimeter fokussieren. Trifft die Strahlung der Lampen mit einer Leistung von bis zu 350 Kilowatt dort auf, hat sie die bis zu 10.000 fache Intensität der Solarstrahlung auf der Erde. Im Fokus der Lampen entstehen Temperaturen bis zu 3.000 Grad Celsius.

Da die Sonne in Mitteleuropa selten und unregelmäßig scheint, ist für die Entwicklung von Produktionsverfahren solarer Treibstoffe eine künstliche Sonne das Mittel der Wahl. Bei den Synlight-Versuchen können Schlechtwetterperioden und schwankende Strahlungswerte die Tests und ihre Auswertung nicht erschweren oder verzögern. Jülich bietet zudem mit seiner Infrastruktur, darunter auch der Solarturm Jülich (ebenfalls ein Projekt der KlimaExpo.NRW) und das wissenschaftliche Umfeld, ideale Bedingungen für innovative Entwicklungen in der Solartechnik.


Im Fokus der Forschungsarbeiten steht die solare Treibstoffherstellung, doch die neue Anlage kann für eine Vielzahl weiterer Anwendungen eingesetzt werden. Da das Spektrum der UV-Strahlung dem der Sonne gleicht, können beispielsweise auch Alterungsprozesse von Materialien zeitlich gerafft dargestellt werden. Ein interessanter Aspekt, sowohl für die Raumfahrt, als auch für die Industrie.