< KlimaExpo.NRW nimmt Forschungsprojekt sOptimo in die Leistungsschau auf
01.07.2016 13:55 Alter: 1 year

Heimische Wildpflanzen als alternatives Substrat für Biogasanlagen

Die Energiegewinnung durch Biomassenutzung liefert wichtige Beiträge zur Umsetzung der Energiewende und Erreichung der europäischen und nationalen Klimaschutzziele. Um die negativen Auswirkungen der Biogasgewinnung auf die Natur einzudämmen, erprobt das Regionale 2016-Projekt GrünSchatz im westlichen Münsterland und im Lipperaum neue Saatgutmischungen aus heimischen Wildpflanzen. Aus diesem Grund gehört das Forschungsprojekt ab sofort zu den Vorreitern im Klimaschutz, die die KlimaExpo.NRW in ihrer landesweiten Leistungsschau präsentiert. KlimaExpo.NRW-Geschäftsführer Dr. Heinrich Dornbusch übergab heute die offizielle Urkunde an Projektleiter Prof. Dr. Tillmann Buttschardt von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.


Im Bild v.l.n.r.: Prof. Dr. Tillmann Buttschardt, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Hans Rommeswinkel, Stadt Dorsten, Martin Hannen, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Christel Briefs, stellv. Bürgermeisterin der Stadt Dorsten, Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, Dr. Martin Schmid, Landwirtschaftskammer NRW, Uta Schneider, Geschäftsführerin Regionale 2016 Agentur

Auf unterschiedlich angelegten und bewirtschafteten Versuchsflächen in Dorsten, Billerbeck, Coesfeld und Schermbeck-Gahlen werden im gemeinsamen Forschungsprojekt GrünSchatz der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Landwirtschaftskammer NRW und der Stadt Dorsten neue Pflanzenmischungen wissenschaftlich unter ökologischen und ökonomischen Aspekten sowie unter Gesichtspunkten der Landschaftsgestaltung untersucht. Die Mischungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie ertragreich genug sind, um in Biogasanlagen verwertet zu werden, einen hohen ökologischen Wert besitzen und positive Auswirkungen auf das Landschaftsbild haben.

Das Projekt soll aufzeigen, ob und welche wirtschaftlichen Perspektiven mit Wildpflanzen verbunden sind. Anhand der Ergebnisse wird der Energiepflanzenanbau für die Biogasgewinnung in Bezug auf den Umwelt- und Naturschutz optimiert. Die Anbauflächen demonstrieren dabei, welche Entwick-lung in der Landschaft möglich ist. Das Projekt trägt zur Akzeptanzsteigerung für Erneuerbare Ener-gien bei und fördert positive Umwelteffekte. Aufgrund dessen wurde das Projekt heute von der KlimaExpo.NRW als qualifiziertes Projekt in die Themenwelt „Energie neu denken“ aufgenommen. „Wir möchten dazu beitragen, die negativen Effekte der Energiewende auf die Landschaft und die Pflanzen- und Tierwelt abzumildern.  Unser Ziel ist es, eine sinnvolle Balance zwischen Naturschutz und Ertragszielen zu finden“, sagt Prof. Dr. Tillmann Buttschardt, Projektleiter GrünSchatz.

Balance zwischen Ökonomie und Ökologie

Durch die Entwicklung von Betreibermodellen kann exemplarisch aufgezeigt werden, wie ganz konkret auf Betriebsebene ein ökonomisch tragfähiger Anbau langfristig realisiert werden kann. Dabei werden auch Aspekte, wie die Frage nach der Akzeptanz der Wildpflanzenflächen bei verschiedenen Akteursgruppen und der gestalterische Mehrwert untersucht. „Innovative Forschungsbeiträge spielen eine wichtige Rolle bei der Verbindung von Wirtschaftlichkeit und Umweltaspekten. Auch dieses Projekt hat Vorbildcharakter bei der Verbindung von Ökonomie und Ökologie. Ich freue mich deshalb über die Aufnahme in die KlimaExpo.NRW-Leistungsschau“, sagt Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW.

Neue Wege für die Energiewende

GrünSchatz wird dazu beitragen, die negativen Effekte der Energiewende auf die Landschaft und die Pflanzen- und Tierwelt abzumildern und dies nachzuweisen. „Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanzsteigerung des Klimaschutzes allgemein und treibt so den Fortschrittsmotor des Landes weiter an. Wir brauchen solche Forschungsprojekte, um neue Wege für die Energiewende zu erschließen“, sagt Martin Hannen, Referatsleiter Pflanzenproduktion und Gartenbau des Umweltministeriums NRW.

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