< KlimaExpo.NRW präsentiert die Vorreiter im Klimaschutz in Berlin
19.05.2015 11:21 Alter: 3 yrs

Energieversorgung mit Brennstoffzelle für das ZBT

Klimaschonende Technologien weiter mit innovativen Lösungen zu unterstützen ist eine zentrale Aufgabe des Duisburger Energieforschungszentrums ZBT. Mit der Inbetriebnahme einer 100 kW Brennstoffzellenanlage für die eigene Strom- und Wärmeversorgung wird das ZBT jetzt Teil der KlimaExpo.NRW. Mit Hilfe dieser Anlage soll der CO2-Footprint des ZBT verbessert und die Energiebezugskosten des Forschungsinstituts reduziert werden. Darüber hinaus soll die Anlage auch für weitere wissenschaftliche Untersuchungen in den Bereichen Optimierung der Wärmeeinkopplung bzw. des Jahresnutzungsgrades sowie der normobaren Hypoxie, der Nutzung sauerstoffreduzierter Atemluft für Menschen, dienen.


Foto: ZBT

Einer der Bausteine für eine Steigerung der Energieeffizienz ist die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Gerade im dichtbesiedelten Land Nordrhein-Westfalen ist diese Technologie besonders geeignet, da eine dichte Verbraucherstruktur für Strom und Wärme existiert. Die klassischen KWK-Kraftwerke und motorischen Blockheizkraftwerke (BHKW) in Leistungsklassen von wenigen Kilowatt bis in den Megawatt-Bereich bilden schon heute eine wichtige Säule der lokalen Energieversorgung. Es wird nicht nur Strom vor Ort produziert, auch die Prozess-Abwärme kann zu Heizzwecken verwendet werden, so dass der Gesamtnutzungsgrad der Primärenergie deutlich gesteigert wird. Eine höhere Stromkennzahl, also eine höhere elektrische Ausbeute, und geringere Schadstoffemissionen als bei motorischen BHKWs versprechen brennstoffzellenbasierte KWK-Systeme, die z. B. mit konventionellem Erdgas betrieben werden. Diese Anlagen punkten zudem durch ihre geringen Lärm-Emissionen.

Erste Anlage in NRW

Mit der erstmaligen Installation dieser 100 kW Brennstoffzellen-Anlage auf Basis der PAFC Technologie in Nordrhein-Westfalen zur Strom- und Wärmeversorgung der ZBT-Gebäude wird vor Ort die Erprobung dieser Technik ermöglicht. Durch den Betrieb der KWK Anlage wird eine Verringerung der Energiebezugskosten zunächst insbesondere für den direkten Strombezug erwartet. Die Gebäudeteile des ZBT ermöglichen aber auch die Nutzung der KWK-Abwärme auf verschiedenen Temperaturniveaus, wodurch die Brennstoffzellenanlage möglichst effizient genutzt werden kann. Darüber hinaus ist auch die Nutzung der weiteren Stoffströme möglich: Diese speziell konfigurierte Anlage erlaubt beispielsweise auch die Verwendung konditionierter, sauerstoffreduzierter Luft (Kathodenabgas), die zum Beispiel in medizinischen Anwendungen (Hypoxie) und zur Inertisierung bzw. für  Brandschutzanwendungen genutzt werden kann.
Die Anlage wird am 19.05.2015 als neues Flaggschiff des KWK-Testzentrums des ZBT eröffnet, in dem verschiedene motorische Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen-Heizgeräte getestet werden.

Die KlimaExpo.NRW würdigt ZBT

Im Rahmen der Anlageneröffnung wird das Projekt des ZBT offiziell zum Vorreiter für den Klimaschutz in NRW. Die Anlage wird als qualifiziertes Projekt Teil der KlimaExpo.NRW. Sie wird die Grundlast der Strom- und Wärmeversorgung am ZBT übernehmen. In Summe spart das ZBT damit ca. 115 t CO2 pro Jahr ein, der kombinierte Wirkungsgrad liegt bei rund 80 Prozent – das hat die KlimaExpo.NRW überzeugt. „Durch die enge Zusammenarbeit mit der Industrie wird die spätere Kommerzialisierung der Technologie vorbereitet und der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort NRW insgesamt gestärkt“, sagt Wolfgang Jung, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW. „So zeigt das ZBT wie Klimaschutz als Fortschrittsmotor wirken kann.“

KlimaExpo.NRW übergibt Urkunde

Die KlimaExpo.NRW sucht in ganz Nordrhein-Westfalen Projekte, die den Fortschrittsmotor Klimaschutz vorantreiben und präsentieren. Bis zum Jahr 2022 zeigt die Landesinitiative 1.000 Schritte auf, die Nordrhein-Westfalen in eine klimafreundliche Zukunft geht. Im Rahmen der Einweihung der Brennstoffzellen-KWK-Anlage am ZBT übergab Wolfgang Jung, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW die Urkunde zur Würdigung des Projektes an Frau Prof. Dr. Angelika Heinzel, Geschäftsführerin des ZBT.

Zum Projekt