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26.04.2016 11:59 Alter: 2 yrs

Energiesparende Antriebs- und Steuerungstechnologien aus OWL

Logistikzentren weisen einen hohen Energieverbrauch auf, der insbesondere auf zahlreiche elektrische Antriebe der Fördertechnik zurückzuführen ist. Um das damit verbundene Einsparpotenzial nutzen zu können, haben die Hochschule Ostwestfalen-Lippe, das Fraunhofer IOSB-INA und die beiden Unternehmen Lenze und Weidmüller gemeinsam energiesparende Antriebs- und Steuerungstechnologien entwickelt und erprobt. Erste Ergebnisse weisen auf eine deutliche Energieeinsparung hin. Aufgrund dessen gehört das Projekt ab sofort zu den Vorreitern im Klimaschutz, die die KlimaExpo.NRW in einer landesweiten Leistungsschau präsentiert. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin übergab gestern auf der HANNOVER MESSE die offizielle Urkunde der KlimaExpo.NRW an Projektleiter Prof. Holger Borcherding.


v.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Holger Borcherding, Projektleiter; NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin; Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW (Foto: Ostwestfalen-Lippe GmbH)

Der Betrieb der Fördertechnik in Logistikzentren verlangt einen enormen Energieaufwand. Zu zehntausenden werden elektrische Antriebe für mehrere Kilometer lange Förderstecken verwendet. Einen effizienteren Prozessablauf ermöglichen nun Motoren, die mit Antriebssteuerungen von SMART-Motoren verbunden sind. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich selbst und damit den Verbrauch optimieren. Entwickelt und erprobt wurde die energiesparende Antriebs- und Steuerungstechnologie im Projekt des Technologie-Netzwerkes it´s OWL (Intelligente Technische Systeme OstwestfalenLippe) gemeinsam von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, dem Fraunhofer IOSB-INA und den beiden Unternehmen Lenze und Weidmüller. Mit dieser Entwicklung wird ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Aus diesem Grund wurde das Projekt gestern von der KlimaExpo.NRW als qualifiziertes Projekt in die Themenwelt „Ressourcen schonen“ aufgenommen. „Richtig viel elektrische Energie kann dort gespart werden, wo auch viel verbraucht wird –  wie im Bereich der Fördertechnik. Unsere Effizienzantriebe sind einfach gegen die bisherigen austauschbar, sparen 15 bis 40 Prozent der Energie und sind kaum teurer. So lässt sich ein enormes Energiesparpotenzial erreichen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Holger Borcherding, Leiter des it´s owl-Projektes.

CO2-Einsparungen durch Effizienzantriebe


Für die erarbeiteten Lösungen kommen etwa 50 Prozent aller Förderantriebe in Deutschland in Frage. Zu erwarten ist eine Marktdurchdringung von zehn Prozent. Damit verbunden ergäbe sich eine CO2-Einsparung von rund 870.000 Tonnen. Darüber hinaus wird an Technologien gearbeitet, die das maschinelle Lernen ermöglichen. Damit könnten weitere zwei bis 15 Prozent Energie eingespart werden. „Innovative Unternehmen spielen eine wichtige Rolle bei der Verbindung von Wirtschaftlichkeit und Umweltaspekten. Auch dieses Projekt hat Vorbildcharakter bei der Verbindung von Ökonomie und Ökologie. Das Gemeinschaftsprojekt demonstriert die Innovationskraft der Region und trägt zu einer höheren Akzeptanz von Industrie in unserer Gesellschaft bei. Ich freue mich deshalb über die Aufnahme in die KlimaExpo.NRW-Landesschau“, sagt NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

Geringer Aufwand – große Wirkung

Die Neuerungen sind gegenüber dem Stand der Technik annähernd preisneutral. Die einzelnen Komponenten sind einfach zu integrieren, da sie mechanisch, elektrisch und funktional kompatibel und somit durch nur wenige Stücklistenänderungen einführbar sind. Damit ist der Aufwand, die alte Technik zu ersetzen, sehr gering. Hier unterscheiden sich die neu entwickelten Komponenten deutlich von anderen Intralogistik-Technologien, bei denen der Änderungsaufwand sehr hoch ist. Ein Grund, weshalb mögliche Einsparpotenziale bis jetzt häufig ungenutzt bleiben. Mit dem neu entwickelten Baukastensystem können einzelne Teile ausgewechselt werden und sind einfach mit vorhandenen Vorrichtungen zusammensetzbar. Wenn diese Technik flächendeckend eingesetzt würde, könnte rechnerisch der elektrische Verbrauch in Deutschland um 1,5 bis 3 Prozent gesenkt werden (2014 lag der Gesamtverbrauch bei zirka 580 Milliarden Kilowattstunden).

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