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17.10.2017 10:34 Alter: 339 days

20 Jahre Windkraftmuseum in Stemwede

1997 wurde der Verein Mühlenheider Windkraftmuseum e. V. gegründet. Ziel des Vereins ist es, die geschichtlichen Wurzeln der modernen Windenergienutzung in Deutschland zu sichern und für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen. 20 Jahre sind seit der Gründung vergangen, inzwischen besitzt das deutschlandweit einzige Museum seiner Art die größte Sammlung an historischen Windkraftanlagen weltweit und schafft damit auch über die Grenzen NRWs hinaus Aufmerksamkeit für Erneuerbare Energien.


Foto: Arne Jaeger

Das Mühlenheider Windkraftmuseum befindet sich mitten auf der Westfälischen Mühlenstraße im ostwestfälischen Stemwede, die 43 restaurierte Mühlen miteinander verbindet und im Sommer zahlreiche Fahrradtouristen anlockt. In dem Museum können 20 verschiedene Windkraftanlagen (WKA) aus Deutschland und Europa besichtigt werden, von denen zehn als Freilichtexponate ausgestellt sind. Eines dieser Exponate wurde restauriert, in unmittelbarer Nähe zu dem Museum in Betrieb genommen und wandelt nun wieder Windkraft zu emissionsfreiem Strom um.

Seinen Anfang nahm das Museum in den 1990er Jahren, als eine kleine Gruppe von Windkraftpionieren die Idee entwickelte, im Zuge der Expo 2000 in Hannover ein Museum über die Windkraftnutzung zu errichten. Nachdem die ersten Planungen zu einem umfangreichen, geförderten Museumsprojekt nicht realisiert werden konnten, nahmen die Beteiligten ihr Vorhaben in die eigenen Hände und gründeten den Verein Mühlenheider Windkraftmuseum. Zwei Jahre später fand die offizielle Anmeldung als eingetragener Verein statt. Seither rettet der Verein regelmäßig alte Windenergieanlagen vor der Verschrottung und erweitert so stetig die Anzahl der zu besichtigen Ausstellungsstücke. Heute können im Museum unter anderem Eigentüfteleien und Exponate zur Windkraftnutzung der ersten Stunde besichtigt werden, wie beispielweise die Lagerwey-Anlage, die 1982 als erste private Anlage Strom ins deutsche Stromnetz einspeiste. Die Leistung der ausgestellten Anlagen erstreckt sich von einstelligen Kilowatt-Zahlen bis zu 150 Kilowatt. Die Tacke TW 1.5, die als einzige Anlage noch in Betrieb ist, besitzt eine Leistung von 1,5 Megawatt.

Der Hof, der als Standort für das Museum dient, gehört Gründungsmitglied Wilfried Winkelmann. Bereits als Kind tüftelte er an Eigenkreationen und schraubte erste Kleinwindenergieanlagen aus Schrott zusammen. Sein Interesse an der Windkraft ist stellvertretend für die mittlerweile über 200 Mitglieder des Mühlenheider Windkraftmuseumsvereins, die mit viel Herzblut die Geschichte der Windkraftnutzung den interessierten Besuchergruppen erlebbar machen – und das seit mittlerweile 20 Jahren.