„Von dieser Technologie profitieren wirklich alle: unser Unternehmen, unsere Kunden, die Umwelt und das Klima!“
(Bild:Voigt & Schweitzer)

 

Dr. Thomas Pinger, Leiter Forschung und Entwicklung

 

 

 

 

Korrosionsschutz und Klimaschutz im Einklang

2013 wurden in Deutschland knapp 650.000 Tonnen Zink verarbeitet, ein Großteil davon wird importiert.  Über ein Drittel der Zinkmengen gehen davon in die Verzinkung, also den Korrosionsschutz. Alles spricht also für eine sparsame Verwendung dieses wichtigen Rohstoffs. Die Gelsenkirchener Firma Voigt & Schweitzer hat ein Dünnschichtverfahren entwickelt, mit welchem sich bis zu 80 Prozent Zink einsparen lassen. Das schont Ressourcen und Umwelt.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Allein bei Verkehrsrückhaltesystemen ca. 50.000 t Zink Einsparung möglich
  • Reduktion des Gasbedarfs bei Voigt & Schweitzer um 5 %
  • Schichtstabilität: verringerter Zinkabtrag in die Umwelt
  • Schaffung von ca. 40 Arbeitsplätzen bei Voigt & Schweitzer

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Foto: Voigt & Schweitzer

Verzinkte Fahrzeugkomponenten. Die Zinkschichten sind optisch und bezüglich ihrer Dicke gleichmäßiger als bei Standardverfahren. Dies ändert sich auch nicht mit einer veränderten Zusammensetzung des Untergrundes, so dass die Qualität gleichbleibend hoch ist.

 

Härtetest für Leitplanken

Auf einer 150 Meter langen Teststrecke an der A48 findet seit 2009 ein Langzeitversuch statt: Die an der Autobahn befindlichen Leitplanken sind mit der Gelsenkirchener Technologie beschichtet und stehen seit fünf Jahren unter strenger Beobachtung. „Statt der sonst üblichen 60-200 Mikrometer, sind unsere Zinkschichten nur noch 10 Mikrometer dick“, sagt Dr. Thomas Pinger, Leiter Forschung, Entwicklung und Nachhaltigkeit bei Voigt & Schweitzer. „Allein bei Verkehrsrückhaltesystemen könnten bundesweit so locker 50.000 Tonnen Zink bei der Neuanfertigung eingespart werden.“ Die Teststrecke in der Eifel soll beweisen, dass keine praktischen Nachteile durch das neue Dünnschichtverfahren entstehen. Und auch nach fünf Jahren schlägt sich die ultradünne Zinkschicht bestens: keine Rostbildung, alle Kanten sind noch voll verzinkt und auch der Zinkabtrag in die Umwelt bleibt geringer, als bei üblichen Verfahren. Deutschlandweit beträgt der Zinkabtrag in die Umwelt jedes Jahr 784 Tonnen, allein im Bereich der Straßenausrüstung entstehen davon 300 Tonnen. Hier verbirgt sich für den Umweltschutz großes Potential.

Weniger CO2 Ausstoß im Automobilbereich

Zuerst wurde die bereits 2003 zur Marktreife gelangte Dünnschichttechnologie jedoch im Automobilbereich eingesetzt. Pro Fahrzeug können durch die geringere Zinkschichtdicke zirka 200 Gramm Gewicht eingespart werden. Die mittlerweile fünf Millionen dünnschichtverzinkten Fahrzeuge können somit in ihrer Laufzeit 8.500 Tonnen CO2 einsparen. Doch auch Voigt & Schweitzer selbst profitieren direkt von dem Einsatz des Verfahrens: Durch die geänderte Zusammensetzung verringert sich der Schmelzpunkt der Legierung. „So können wir unseren Gasbedarf um fünf Prozent reduzieren“, sagt Pinger. Doch das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht: „Im EU-geförderten Technologie-Kompetenz-Verbund für Funktionale Oberflächen beschäftigen wir uns mit weiteren Möglichkeiten zur Verbesserung der Legierung und der Prozesse.“