„Wir freuen uns, dabei zu sein und sehen die Wahl zum qualifizierten Projekt der KlimaExpo.NRW als Ermutigung, das Anwenderzentrum h2herten weiter auszubauen und den Standort Ewald als Ankerpunkt für die Energiewende made in NRW zu etablieren.“

Volker Lindner, Erster Beigeordneter der Stadt Herten und Vorsitzender des h2-netzwerk-ruhr

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Windstrom im Vorratsbeutel

Windstrom zu Wasserstoff, Wasserstoff zum Fahrzeugantrieb: Das Anwenderzentrum h2herten zeigt, wie Wasserstoff- und Brennstofftechnologien uns in Zukunft CO2-neutral und dezentral mit Energie versorgen können.

Der Wind weht stark, die Windräder stehen still. Manchmal überfordert Mutter Natur die Kapazität unserer Stromnetze  – vor allem in dünn besiedelten Gebieten. Dann muss ein Windpark auch mal abgeregelt werden, damit die Netze stabil bleiben. Eine mögliche Lösung für die Zukunft ist, den überschüssigen Windstrom zu speichern. „Windstromelektrolyse“ heißt das Verfahren, bei dem unter Einsatz grünen Stroms Brenngas wie zum Beispiel Wasserstoff hergestellt und bei Bedarf wieder zu Strom zurückverwandelt werden kann.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

    • Einsparung von 250 Tonnen CO2 jährlich
    • Systemintegrativer Ansatz: erstmalige Kombination verschiedener Wasserstofftechnologien
    • Beteiligung und Kooperation regionaler Firmen und Forschungseinrichtungen
    • Strukturwandel: ehemalige Zeche wird zum Technologiestandort
    • Führungen und Vorträge tragen zu Akzeptanzsteigerung der Energiewende bei

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        Foto: h2herten

        Das Anwenderzentrum h2herten steht auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ewald. Im Hintergrund ist noch ein Förderturm zu sehen.

         

        Von der Kohle zu den Zukunftsenergien

        Einen Blick in die Zukunft bietet das h2herten auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ewald: Das Kompetenzzentrum für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie hat mit Mitteln des Landes NRW hier ein CO2-neutrales Energie-Selbstversorgungssystem auf Basis der Windstromelektrolyse geschaffen. Mit dem h2herten ist die Stadt zu einem Dreh- und Angelpunkt für die Forschung, An-wendung und Demonstration neuer Energien und dezentraler Energieversorgung geworden. „Ein Zeitenwandel und eine Zukunftsstrategie für die ehemalige ,Kohlestadt‘ Herten“, verdeutlicht Wolfgang Jung, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, diesen Schritt und übergab dem Hertener Stadtbaurat Volker Lindner die Urkunde zur Qualifizierung des Projektes durch die Initiative.

        h2herten wird Klimaschutz-Repräsentant für NRW

        Die KlimaExpo.NRW durchforstet die Klimaschutzprojekte im Land nach Beispielen, die den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt, der durch Klimaschutzmaßnahmen ent-steht, besonders gut demonstrieren. Das h2herten wird zum Exponat einer über acht Jahre wach-senden Leistungsschau, die das Potenzial des Landes im Klimaschutz zeigt.

        Das Anwenderzentrum ist zu einem Ort der Simulation und des Wissensaustauschs für Wasserstoff-Technologien geworden: Unternehmen und Hochschulen buchen die Windgas-Anlage, die jährlich 200.000 Kilowattstunden Strom einer auf der benachbarten Bergehalde Hoppenbruch gelegenen Windenergieanlage in 6.500 Kilogramm Wasserstoff umwandelt, für Versuche. Wind und PV versorgen das Gebäude das ganze Jahr über mit umweltfreundlichem Strom. Außerdem produziert die Windgasanlage Wasserstoff, der gespeichert oder in Brennstoffzellen wieder in elektrischen Strom umgewandelt wird. In Zukunft wandert das Gas auch in die Tanks regionaler Wasserstoff-Fahrzeuge. Das Ewald-Gelände beheimatet eine von vier Wasserstoff-Tankstellen in NRW.

        Auch sonst bietet das Anwenderzentrum der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Branche viel „Raum“ für Entfaltungen: 3.000 Quadratmetern Büro- und Technikfläche stehen zur Verfügung, 15 Fachunternehmen und Institute sind bereits angesiedelt. „Mit dem Anwenderzentrum haben wir in Herten einen Entwicklungsstandort für die Branche geschaffen“, sagt Dieter Kwapis, Leiter des Hertener Technologiezentrums. „Wir freuen uns, unserer Stadt ein modernes Gesicht zu geben und mit der KlimaExpo.NRW mindestens einen Schritt in eine klimafreundliche Zukunft zu gehen.“