„40 Jahre hat die Suche nach einem geeigneten Katalysator gedauert. Dass wir ihn jetzt gefunden haben liegt vor allem an der guten Zusammenarbeit zwischen RWTH Aachen und Bayer MaterialScience.“
(Bild: Covestro (ehem. Bayer MaterialScience))

Dr. Karsten Malsch, Gesamtprojektleiter der Dream Production

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Dream Production: Vom Klimakiller zur Liegefläche

Milliarden Tonnen CO2 pusten wir jedes Jahr in die Atmosphäre – und treiben die globale Erwärmung voran. Dabei ist das Treibhausgas mit seinem Kohlenstoffbestandteil auch ein wertvoller chemischer Rohstoff. Die „Dream Production“ von Covestro (ehem. Bayer MaterialScience) zeigt, wie CO2 zum Grundstoff für Matratzen, Autositze oder Dämmstoffe werden kann.

„Polyurethanschäume? Nie gehört!“, wird sich der ein oder andere sagen. Dabei sitzt er möglicherweise im selben Moment drauf – schließlich wird der Kunststoff unter anderem in Matratzen und Autositzen verbaut. Covestro (ehem. Bayer MaterialScience) hat ein neues Verfahren entwickelt, mit dem der Chemiekonzern das CO2 als Ausgangsstoff für Polyurethanschäume verwenden kann – so wird teilweise der übliche Rohstoff Erdöl eingespart und das klimaschädliche Gas gleichzeitig daran gehindert, in die Atmosphäre zu entweichen – ein doppelter Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Doppelter Klimaschutzeffekt: CO2-Vermeidung und -verwendung
  • Fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Universität und Industrie
  • Sehr gutes Marktpotential für die neuen CO2-Polyurethanschäume
  • Investition von 15 Millionen Euro in den Anlagenbau

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Bayer MaterialScience

Ab 2016 könnten die ersten Produkte aus dem neuen Schaumstoff verfügbar sein. Geplant ist die Herstellung von Matratzen. Die Qualität des neuen Schaumstoffs ist mindestens so gut wie die klassischer Polyurethanschäume.


20 Prozent CO2 eingebaut


Beim „Dream Production“-Verfahren wird das Treibhausgas zu einem speziellen Polyol, einem Bestandteil von Kunststoff, umgesetzt, das bis zu 20 Prozent CO2 enthält. In Dormagen will Covestro  für 15 Millionen Euro eine solche Anlage bauen. Sie soll eine Kapazität von 6000 Tonnen pro Jahr haben und könnte ab 2016 die Produktion aufnehmen. Das CO2 soll als Nebenprodukt aus naheliegenden Chemiewerken kommen.

Wissenschaftlicher Durchbruch

Der Schlüsselschritt zur Dream Production ist ein Katalysator, den Bayer gemeinsam mit dem CAT Catalytic Center an der RWTH Aachen entwickelt hat. CO2 ist reaktionsträge – ohne Katalysator würde die Reaktion nicht stattfinden. Nach intensiver Forschung fanden die  Wissenschaftler schließlich den richtigen Katalysator. Der lange Atem hat sich gelohnt: Die neuen Polyurethanschäume sind mindestens so gut wie die konventionellen. Das wurde ausführlich getestet. Und mit dem neuen Verfahren hilft Covestro, einen wachsenden Bedarf zu decken: Bereits heute werden jedes Jahr mehr als 16 Millionen Tonnen Polyurethan hergestellt. Die weltweite Produktion soll Expertenschätzungen zufolge in den kommenden Jahren um fünf Prozent wachsen.

Awardfilm Bayer MaterialScience - Projekt Dream Production

Imagefilm Bayer MaterialScience - Projekt Dream Production