Aluminiumöfen als Energiespeicher

Foto: TRIMET SE

Die TRIMET Aluminium SE ist mit sechs Produktionsstandorten in Deutschland und zwei Standorten in Frankreich der führende deutsche Aluminiumhersteller. Rund 3.000 Mitarbeiter stellen pro Jahr 775.000 Tonnen Aluminiumprodukte her. Wichtigste Einsatzbereiche für Aluminium sind die Automobil- und Luftfahrtindustrie, die Bauindustrie, die Energiewirtschaft mit Wind- und Solaranlagen sowie mit wachsender Tendenz der Einsatz als Basismaterial für Stromkabel.

Bekanntermaßen wird für die Primäraluminium- Herstellung sehr viel elektrische Energie benötigt. TRIMET verbraucht allein etwa ein Prozent der Gesamtstromerzeugung in Deutschland. Um sich an den Strommarkt mit seinen schwankenden Strommengen aus Wind- und Sonnenenergie besser anpassen zu können, hat TRIMET in den vergangenen Jahren ein Verfahren entwickelt, dass es erlaubt, den Elektrolyseprozess bei der Aluminiumherstellung durch Lastverschiebung dem Stromangebot anzupassen.

Bei großer Stromnachfrage im Netz kann damit die Aluminiumelektrolyse heruntergefahren, bei geringer Stromnachfrage hochgefahren werden. Wenn dieses Verfahren zum Lastmanagement später auf alle Aluminiumhütten in Deutschland übertragen werden könnte, wäre eine Speicherkapazität von zirka zwölf Gigawatt pro Stunde zu erreichen, das entspricht cirka 30 Prozent der bisher verfügbaren Speicherkapazität der Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland. TRIMET wird dieses Speicherverfahren nach Abschluss einer Testphase bis Ende 2017 in 120 der insgesamt 360 Öfen am Standort in Essen einrichten.

Aluminium ist wegen seiner Leichtbaueigenschaften in vielen Wirtschaftsbereichen im Aufwind. Das gilt insbesondere für den Transportbereich, aber auch beim Stromnetzausbau wo Aluminium zunehmend Kupfer als Basiswerkstoff verdrängt. Beim geplanten Firmenbesuch wird nach einer Gesamtpräsentation der TRIMET Aktivitäten der Produktionsstandort in Essen und hier insbesondere die „Virtuelle Batterie“ der Aluminiumöfen besichtigt.

Foto: TRIMET SE

Primäres Aluminium wird mithilfe von Strom in einem Elektrolyseverfahren gewonnen. Seit Erfindung der Aluminiumherstellung 1886 ist eine konstante Energiezufuhr Garant für einen energieeffizienten Prozess. TRIMET hat diese Prämisse erstmals überwunden und ermöglicht, durch die Flexibilisierung des Prozesses, die Nutzung der Aluminiumelektrolyse als virtuelle Batterie. Mit Hilfe des somit zur Verfügung gestellten Stromspeichers wird die Integration volatiler erneuerbarer Energiequellen in das deutsche Stromnetz bei gleichzeitiger Erhaltung der Versorgungssicherheit unterstützt. [Zum Projekt]